Jürgen Klopp im GALA-Interview: Sein neuer Lebenswandel gefällt seiner Frau

Seinen härtesten Gegner kennen wir alle: der innere Schweinehund. Jürgen Klopp, 56, trainiert in Liverpool die größten Fußballstars der Welt, war selbst Profi und studierte Sportwissen­schaften. Doch dauerhaft und regel­mäßig aktiv zu bleiben, das gehörte bis vor Kurzem nicht zu seinem Alltag. Klopp kennt den Jo­-Jo­-Effekt – und wurde jetzt zum Markengesicht von "Peloton". Im Interview erzählt er, warum er sich nun richtig wohlfühlt in seiner Haut.

Ab auf die Matte

Gala: Zuletzt haben Sie kaum Sport gemacht. Was hat Sie zum Umdenken gebracht?
Jürgen Klopp: 2015, nachdem ich bei Borussia Dort­mund zurückgetreten war, wurde ein Foto von mir am Strand von Sylt im Magazin VIEW veröffentlicht, bei dem Ulla auf meinem Bauch liegt. Eine Freundin hat uns das Foto gezeigt – und ich habe nur diesen Berg an Mann gesehen. In den folgenden vier Monaten habe ich 16 Kilo abge­nommen – nur durch Tennis. Als ich wenig später in Liverpool ankam, sah ich aus wie ein Fieberthermometer. (lacht)

Leider ging es danach wieder in die andere Richtung, weil die Regelmäßigkeit fehlte. Das ist nun anders. Welchen Sport treiben Sie denn jetzt?
Wegen meiner Gelenke fahre ich hauptsächlich zu Hause auf meinem Bike, täglich knapp 90 Minuten, als Früh­aufsteher meistens morgens um 7 Uhr. Das hat inzwischen für mich echtes Suchtpotential.

Das nimmt ja viel Zeit in Anspruch. Wie reagiert Ihre Frau auf den neuen Lebenswandel?
Ulla gefällt's, weil ich so meine über­schüssige Energie sinnvoll einsetze. Wenn ich mal abends radele und sie vorm Fernseher sitzt, komme ich klatschnassgeschwitzt mit Handtuch um den Hals dazu und frage, worum's in ihrem Film geht.

Und was sagen Ihre Söhne?
Dass ich schon jetzt aufrechter stehe und sitze. Manchmal schicke ich ihnen Fotos nach dem Work­out – und die sehen echt nach Arbeit aus. (lacht)

 

„Wenn schon über die Ziellinie, dann aufrecht“

Ist das Sportprogramm auch eine Frage des Alters?
Ich bin jetzt 56 und will noch nicht aufgeben. (lacht) Ich will es stattdessen noch mal wissen. Manche mögen das für eine Midlife Crisis halten, für mich ist es eher ein Midlife Boost. 

Inwiefern?
Mein Antrieb ist, dass ich gesund alt werden möchte. Deswegen mache ich auch regelmäßige Check­-ups bei mei­nem Arzt. Ich denke mir: Wenn schon über die Ziellinie, dann aufrecht.

Sie genießen Kultstatus in Liverpool, Ihr Konterfei hängt an vielen Hauswänden. Ist es Ihnen überhaupt möglich, außerhalb der eigenen vier Wände Sport zu machen?
Die Leute in England sind mir gegen­über wahnsinnig freundlich, auch in schlechten Phasen. Draußen zu joggen ist allerdings schwierig, wenn man auf seiner Runde 25 Mal für ein Selfie anhalten muss. Deswegen habe ich mir zu Hause einen tollen Fitness­raum eingerichtet.

Sind Sie eigentlich eitel?
Ich möchte schon, dass alles schön straff und an den richtigen Stellen bleibt, aber ich träume nicht vom Körper eines 35­-Jährigen. 

Gönnen Sie sich denn auch mal etwas?
Klar, ich esse zum Beispiel sehr gerne Schnitzel. Und durch den Sport muss ich glücklicherweise nicht mehr so sehr darüber nachdenken, wie viel ich essen darf.

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