Frank Otto: Mit Nathalie hatte er "eine ganz besondere Verbundenheit"

Sein Nachname ist weltweit bekannt, denn Frank Ottos Vater Werner hatte aus seinem Hamburger Versandhaus einen milliardenschweren globalen Konzern gemacht. Auch Frank Otto ist ein erfolgreicher Unternehmer, er engagiert sich in der Medienbranche. In der Öffentlichkeit allerdings ist er vor allem für sein unkonventionelles Privatleben bekannt. Mit GALA spricht über seine drei Ehen – und seine turbulente Beziehung mit Model Nathalie Volk.

Frank Otto im GALA-Interview

GALA: "Franki, im Grunde bist du der Einzige meiner Söhne, der nach mir kommt", hat Ihr Vater mal gesagt, wie Sie jetzt in Ihrem Buch erzählen.
Frank Otto: Ja, er hatte immer Ärger mit Paukern, genau wie ich. Und er wollte Schriftsteller werden, hatte also auch eine künstlerische Seite. Mich hat er immer als den Künstler der Familie ge­sehen. Der Unterschiedlich­keit seiner Kinder war er sich sehr bewusst, was für seine Generation ziemlich fortschrittlich war.

Eigentlich würde man denken, er hätte am liebsten alle im Konzern versammelt.
Ich glaube, dass er mich gern in der Firma gesehen hätte. Aber er hat akzep­tiert, dass dies nicht mein Weg war.

Beneiden Sie Ihren Bruder Michael, den Chef des Unternehmens?
Null. Im Gegenteil. Wenn man einen Konzern lenken muss, wird es mit der Selbstbestimmtheit schwierig.

Sie sind bei Ihrem Vater aufge­wachsen, ohne Ihre Mutter. Wie sehr haben Sie sie vermisst?
Der Wunsch meines Vaters war die Scheidung, aber nicht, dass meine Mutter mich so wenig sieht. Es gab Besuchsregelungen und Wochen­enden, die ich bei ihr verbracht habe. Später, als ich das dritte Mal vom Internat geflogen bin, habe ich einige Zeit bei ihr gelebt. Meine Mutter war sehr jung, als sie mich bekommen hat. Die ersten Frauen, mit denen ich zusammen war, wurden auch jung Mutter und hatten ebenfalls ein Bindungsproblem mit dem Nachwuchs. Für mich war das ganz normal.

“Ich bin gerade sehr froh, keine feste Beziehung führen zu müssen”

So normal, dass sogar ganz früh die Tochter einer Ex­-Freundin bei Ihnen blieb. Sie waren erst Anfang 20.
Mir tat das sehr gut. Der Alltag eines Kindes ist ja sehr strukturiert, dadurch bekam auch mein Alltag erstmals Struktur. Ich bin früh aufgestanden, habe Frühstück zubereitet, sie in den Kindergarten und später zur Schule gebracht. Mir hat das großen Spaß ge­macht. Na ja, nicht unbedingt jeden Morgen (lacht).

Wir haben ein sehr gutes Verhältnis. Ein Unterschied zu meinen leiblichen Kindern ist bei ihr, dass ich erst lernen musste, sie zu verstehen. Mit den eigenen Kindern läuft das intuitiver. Sie haben alle eine künstlerische Neigung, was meiner Ziehtochter gar nicht liegt. Das sind wohl die Gene.

Was ist das Wichtigste bei der Erziehung Ihrer Kinder?
Es klingt ein bisschen kitschig, trifft es aber: Liebesfähigkeit. Empathie. Und Verständnis für andere.

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Hat offensichtlich geklappt! Ihre Kinder waren sehr mitfühlend, als Ihre Beziehung zu Nathalie Volk zerbrach.
Ja, da war ich positiv überrascht.

Es gab extra einen dreistündigen Familienrat – auch Ihre letzten beiden Ehefrauen waren dabei.
Und auch der verlief erstaunlich. Immer wenn eine neue Frau in mein Leben tritt, ist das für ihre direkte Vorgängerin schwierig. Die denkt sich natürlich: "O Gott, was geht denn da ab?" Meine Ex­-Frauen verstehen sich aus vielerlei Gründen also nicht so toll. Deshalb war ich sehr erfreut, dass beide plötzlich mit einer Stimme sprachen. Ohne ver­letzend zu sein, sehr solidarisch.

Wie finden die beiden denn Ihre aktuelle Freundin?
Ich habe keine. Ich bin gerade sehr froh, keine feste Beziehung führen zu müssen.

“Ich muss als Single keine Launen aushalten”

Was ist das Schöne am Single-­Sein?
Dass ich mich in gewisser Weise gehen lassen kann. Es gibt keine Erwartungen, ich muss keine Launen aushalten und brauche mich nicht zu verstellen. Ich fühle mich gerade extrem frei. Und ich kann Frauen mit ganz anderen Augen sehen, finde an jeder andere Dinge attraktiv. Das genieße ich.

Unter der Trennung von Nathalie haben Sie sehr gelitten. Was half Ihnen bei der Verarbeitung?
Wiederum meine Familie. Es war Ende November, die Weihnachtszeit kam, und alle Kinder waren da. Das war eine heilsame Kombination.

Die Anfeindungen von außen, schreiben Sie, hätten Nathalie und Sie eng zusammengeschweißt. Wäre die Beziehung andernfalls früher gescheitert?
Das weiß ich nicht. Aber es war schon eine ganz besondere Verbundenheit. Wir waren uns extrem nah. Aber Nathalie war wirklich sehr jung.

Und sehr hübsch.
Ja, sie ist ein echter Eyecatcher.

Frank Otto und Nathalie Volk stehen weiterhin in Kontakt

Verfolgen Sie, was sie macht?
Ich stalke sie nicht. Aber ich kriege schon mit, was sie postet.

Sie würden weiter ihre Kunst fördern, hat Nathalie gesagt.
Ja, wir sind dazu in Kontakt.

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Liebe und Beziehungen sind in Ihrem Buch ein großes Thema: Sie brauchen immer mal wieder was anderes.
Hm, ich sag mal so: Man verliebt sich wegen gewisser Eigenschaften in eine Frau. Anfangs gibt es viel Licht und wenig Schatten. Die Jahre vergehen, und die Proportionen von Licht und Schatten verändern sich. Im Fall von Sandra, meiner zweiten Ehefrau, zog mich ihre Stärke an. Irgendwann war diese Eigenschaft nicht mehr so bedeutsam für mich. Vielleicht sogar ein bisschen anstrengend. Na, ich sag’s jetzt einfach: Ich hatte manchmal darunter zu leiden, dass sie mir rhetorisch überlegen war. (lacht)

Sie haben je nach Wunsch Ihrer Partnerinnen auf dem Land oder in der Stadt gewohnt. Wie wollen Sie selbst eigentlich leben?
Das versuche ich gerade herauszufinden. Meine Ex­-Frau Astrid bei­spielsweise lebt immer noch auf dem Reiterhof, den wir bewohnt haben. Es ist ein schönes Gefühl zu wissen, dass ich ihren Lebenstraum erfüllt habe.

Sind Sie ein Mann, der immer die Träume einer Frau erfüllt?
Nicht unbedingt. In dem Fall war es aber so. Und ich mag das. Frauen haben Ihrer Meinung nach ein verstärktes Bedürfnis nach Absicherung.

Wie fanden Sie das Heiraten?
Wahnsinnig spießig, ich war ja Hippie. Es hat meiner Meinung nach auch was mit der Ausbildung zu tun: Sandra, die einen tollen Job hatte, war nicht auf eine Ehe fokussiert.

Könnten Sie sich vorstellen, noch mal vor den Traualtar zu treten?
Für mich war das wirklich nie so bedeutsam. Daher würde ich sagen: Dreimal ist genug.

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