Weil das Krankenhaus sie wegschickt: Schwangere entbindet allein zu Hause

Ungewollte Hausgeburt

Was für eine Albtraum-Vorstellung: Eine hochschwangere Mutter von zwei Kindern macht sich auf den Weg in die Klinik, weil sie Wehen spürt. Vor Ort stoppen die Wehen und sie wird wieder nach Hause geschickt. Doch noch bevor sie es wieder ins Krankenhaus schafft, kommt ihr Kind auf die Welt – ohne die Hilfe einer Hebamme oder Ärzten.

Hochschwangere wird in Wehenpause nach Hause geschickt

Die Wienerin Maria S.* war hochschwanger, als sie zuhause die ersten Wehen spürte. Wie auch bei ihren ersten beiden Kindern erkannte sie die Zeichen der nahenden Geburt und ließ sich um 2.30 Uhr nachts mit dem Krankenwagen in die Donauklinik bringen.

„Der Muttermund war bereits zwei Zentimeter geöffnet“, sagt ihr Freund Simon F. im Gespräch mit der österreichischen Zeitung „Heute“. „Es wurde auch festgestellt, dass der Gebärmutterhals verkürzt war, aber trotzdem meinte das Personal, dass sie erst bei Schmerzen wieder kommen sollte.“

Die hochschwangere Frau musste also wieder nach Hause fahren. Doch dort begannen bereits die Presswehen. Sie rief erneut den Rettungswagen, doch der schaffte es nicht rechtzeitig. Wenige Minuten später gebar sie ihr Kind – vollkommen ohne medizinische Hilfe.

Vater ärgert sich über Mutterpass

Was den frischgebackenen Vater besonders ärgert, ist der Eintrag im Mutterpass. Denn dort steht, dass das Kind im Krankenhaus zur Welt kam, unter der Aufsicht von Ärzten.

Zwar ist seine Freundin am nächsten Morgen mit dem gemeinsamen Kind in der Klinik angekommen und untersucht worden, auf die Welt kam es dort aber nicht.

Nicht immer geht ein solcher Prozess gut. Als die hochschwangere Charlotte Jackson aus England mit Bauchschmerzen wieder nach Hause geschickt wurde, hatte sie weniger Glück.

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Das Krankenhaus verteidigt seine Entscheidung

Elena Reghenzani, Pressesprecherin des Wiener Gesundheitsverbunds, bestätigt gegenüber „Heute“, dass die Hochschwangere zunächst in die Klinik gebracht wurde. „Sie berichtete, zuhause Wehen gehabt zu haben. In der Klinik hörten diese jedoch auf. Das bestätigte auch die CTG-Kontrolle“, so Reghenzani.

Das sei zunächst nichts ungewöhnliches, sagt die Pressesprecherin. Auch dass die Schwangere dann wieder nach Hause geschickt worden sei, wäre gängige Praxis. Für die werdenden Mütter sei es besser, sich dann wieder nach Hause in ihre gewohnte Umgebung zu begeben und weiter auf die Geburt zu warten. (lra)

*Name von der Redaktion geändert



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