So viel Captain America steckt in ihm

Chris Evans (40, "Avengers: Endgame") stieg dank der Rolle des Marvel-Superhelden Captain America ab 2011 zum Hollywood-Superstar auf. Acht Jahre lang spielte er sie anschließend mit Bravour in zahlreichen Blockbustern. Dennoch wollte sich der US-Amerikaner, der am 13. Juni 40 Jahre alt wird, nie ausschließlich auf die Figur des "Cap" festlegen lassen – obwohl er dem Helden auch im wahren Leben in mehrfacher Hinsicht ähnelt.

Wie „Cap“ beschützt und respektiert er die, die er liebt – oder geliebt hat

"Wenn du jemals glücklich genug sein kannst, jemanden zu lieben, und er liebt dich auch, dann sollte das beschützt werden", erklärte Evans "Elle" einmal in Bezug auf seine Ex-Partnerinnen. Es passiere nur "selten, dass dich jemand wirklich gut kennt. Und wenn du diese Mauer durchbrochen hast, muss das geschätzt werden". Getreu diesem Motto behandelt er alle seine früheren Freundinnen, unter anderem Jenny Slate (39). Über sie sagte er "People" 2017 nach einer ersten Trennung: "Sie ist so verletzlich, so ehrlich, mehr an anderen interessiert als an sich selbst […] Es gibt nichts, das man nicht an ihr lieben könnte."

Böse Worte verliert der "Captain America"-Darsteller in der Öffentlichkeit nie über die Menschen, die er einmal geliebt hat – und handelt damit so, wie es auch seine Filmfigur tun würde. Denn für seine große Liebe Sharon Carter (Hayley Atwell, 39) und seinen besten Freund Bucky Barnes (Sebastian Stan, 38), der später zeitweise zu seinem Gegner Winter Soldier wird, würde Captain America Steve Rogers so ziemlich alles tun.

Ebenso wie Chris Evans für seine Familie. Über die Beziehung zu seinen drei Geschwistern Scott (37), Shana und Carly (42) – seine "ersten besten Freunde" – schrieb er 2019 auf Twitter: "Durch Geschwister üben wir uns in Vertrauen, Mitgefühl, Loyalität, Kreativität und Liebe. Ich verbringe jede wache Sekunde mit meinen damit, Erinnerungen zu schaffen, die ich mehr als alle anderen in Ehren halte." Besonders mit seinem jüngeren Bruder, der ebenfalls Schauspieler ist, verbringt Evans viel Zeit. Kurz vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie zog Scott sogar in Chris' Haus in ihrer Heimatstadt Boston, um den Lockdown mit ihm zu verbringen.

Er macht mutig den Mund auf und will Dinge verändern

"Wenn ich sehe, dass etwas falsch läuft, kann ich das nicht ignorieren." Dieser Satz kommt in "The First Avenger: Civil War" zwar aus dem Munde von Captain America, könnte aber genauso gut von der Privatperson Chris Evans stammen. Denn wie sein Film-Alter-Ego fühlt auch er sich in der Pflicht, die Macht, die er hat – in seinem Falle seine Popularität – zu nutzen, um Dinge anzusprechen und Veränderungen herbeizuführen. Und während Steve Rogers dies in Form der Bekämpfung von Schurken auf der großen Leinwand tut, widmet sich Evans den vermeintlichen Bösewichten in der realen Welt – insbesondere Ex-US-Präsident Donald Trump (74).

Im November 2020, als der noch amtierende Trump nach der Präsidentschaftswahl wiederholt behauptete, die Demokraten würden versuchen, ihm "die Wahl zu stehlen", meldete sich der heute 40-Jährige zum Beispiel via Twitter zu Wort. Betont humorvoll schrieb er: "Es ist vorbei. Sie haben verloren. Wenn Sie das nicht mögen, ziehen Sie damit bis vor den Supreme Courtyard Marriott." Seine Meinung zu Trump machte Evans vergangenes Jahr zudem in einem Beitrag im "V Magazine" deutlich: "So gut es sich auch anfühlen mag, seine Meinung herauszuschreien, mit einem empathischeren Ansatz erzielt man mehr Ergebnisse."

Der Leinwandstar äußert jedoch nicht nur offen seine Meinung zu Themen wie gleichgeschlechtlicher Ehe ("Es ist unfassbar, dass heutzutage Menschen Bürgerrechte verwehrt werden") und einem Waffenverbot, er fördert auch aktiv den allgemeinen politischen Dialog. Gemeinsam mit Schauspielkollege Mark Kassen (49) und Geschäftsmann Joe Kiani (56) rief er 2020 die Webseite "A Starting Point" ins Leben, die gewählten Volksvertretern parteiübergreifend die Möglichkeit gibt, ihre Standpunkte zu aktuellen Themen zu erläutern. Den tiefen politischen Gräben in der US-amerikanischen Gesellschaft will er so entgegenwirken.

Schubladen sind nichts für Chris Evans

Dadurch, dass er sich politisch äußert und offen Demokraten wie Hillary Clinton (73) und Joe Biden (78) im Wahlkampf unterstützt, wird Chris Evans naturgemäß auch kritisiert. Zu stören scheint es ihn nicht. Stattdessen tut er, genau wie Steve Rogers, der sich in "Captain America: The First Avenger" nicht mit seinem Job als Militärmaskottchen begnügen will, was er für richtig hält. Und auch als Schauspieler könnte sich Evans durchaus auf seinem Marvel-Erfolg ausruhen. Stattdessen will der Mime jedoch keinesfalls in der Schublade des Comic-Actionstars landen und versucht sich in verschiedenen weiteren Genres.

Mit Erfolg. 2019 spielte er zum Beispiel in der Krimikomödie "Knives Out – Mord ist Familiensache", einem klassischen "Whodunit" im Stil von Agatha Christie (1890-1976), als Teil eines großen Staraufgebots. In "Begabt – Die Gleichung eines Lebens" glänzte er zwei Jahre zuvor neben Oscar-Gewinnerin Octavia Spencer (51) als an sich selbst zweifelnder Onkel eines hochbegabten Mädchens (Mckenna Grace, 14), deren Sorgerecht ihm seine gebieterische Mutter entziehen will. Zuletzt überzeugte Evans in der Mini-Serie "Verschwiegen" (2020) von Apple TV+ als Bezirksstaatsanwalt, dessen minderjähriger Sohn als Haupttatverdächtiger eines Mordes gilt.

Und damit nicht genug: Auch hinter der Kamera versuchte sich der Star aus Massachusetts bereits. 2014 inszenierte und produzierte er das Romantikdrama "Before We Go", in dem er neben Alice Eve (39) auch die Hauptrolle spielte. Als nächstes wird Evans in einer Netflix-Produktion zu sehen sein, die Dreharbeiten zum Actionthriller "The Gray Man" mit Ryan Gosling (40) haben bereits begonnen. Außerdem wird er in der englischen Fassung des Pixar-Abenteuers "Lightyear" erneut zum Held, wenn auch nur akustisch: Evans leiht einer jungen Version des beliebten Animationshelden aus den "Toy Story"-Filmen seine Stimme.

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