Veranstalter wütend auf Helge Schneider: "Konzept ist jedem Künstler vorher bekannt"

  • Helge Schneider hat einen Auftritt in Augsburg abgebrochen.
  • Den Musiker störte die Bewirtung der Gäste während der Show. Zudem fehlte im der Kontakt zum Publikum.
  • Nun könnten Helge Schneider Konsequenzen drohen.

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Extravagant, schrullig und ein bisschen verrückt: Der Unterhaltungskünstler Helge Schneider polarisiert gerne und geizt nicht mit seiner Meinung.

In Augsburg konnte der Musiker bei einem Konzert nun nicht mehr an sich halten und machte seinem Ärger über die Gastronomiemitarbeiter Luft, die das Publikum bedienten: „Ich muss sagen, das geht mir ziemlich auf den Sack. Ich habe keine Lust mehr“, sagte er am Freitagabend, brach seine Show ab und verließ unversehens die Bühne.

Diese Entscheidung könnte für den Künstler ein juristisches Nachspiel haben. Der Veranstalter habe einen Anwalt eingeschaltet, sagte die Sprecherin des Unternehmens für die Festivalreihe in Augsburg und Rosenheim, Birgit Gibson, am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur. Nun werde etwa geprüft, ob Schneider Schadenersatz leisten müsse.

Schneider war für acht Auftritte gebucht – sechs stehen noch aus

„Das Konzept ist jedem Künstler vorher bekannt“, sagte Gibson. Schneider sei zudem schon bei dem Festival in Wiesbaden aufgetreten. Ein Versuch des Veranstalters, mit dem 65-Jährigen nach dem abrupten Abbruch seiner Show zu sprechen, sei an dem Abend gescheitert. Man hätte sogar das Bewirten eingestellt, wenn Schneider weitergemacht hätte, sagte Gibson.

Bislang warte der Veranstalter auf eine Stellungnahme des Entertainers, unter anderem dazu, wie es nun weitergehen soll. „Er war für acht Shows gebucht.“ Sechs Auftritte stehen also noch aus.

Am Montag erklärte ein Sprecher von Schneider, Till Oellerking, dass es Gespräche mit dem Konzertveranstalter gebe. Weitere Details nannte er nicht. „Ich bitte um Geduld“, meinte Oellerking.

Helge Schneider beschwert sich über fehlenden Kontakt zum Publikum

Schneider hatte dem verdutzten Publikum am Freitagabend gesagt: „Also ich breche die Strandkorb-Konzerte an dieser Stelle ab. Es tut mir sehr leid. Vielleicht könnt Ihr Euer Geld wiederkriegen“, sagte er zu den Besuchern, wie in einem Video bei Youtube zu sehen ist.

„Das macht wirklich keinen Spaß. Man kriegt keinerlei Kontakt zum Publikum. Hier laufen auch andauernd Leute rum. (…) Bitte habt Verständnis dafür: Ich als Künstler kann unter diesen Umständen überhaupt nichts mehr machen.“ Dann sagte Schneider noch: „Das System ist einfach fadenscheinig und dumm.“ Ob er damit auf die Corona-Auflagen in der Pandemie etwa für Künstler anspielt, wird nicht deutlich.

Helge Schneider bricht Auftritt in Augsburg ab

„Wenn Herr Schneider sagt, er bekommt kein Feedback vom Publikum, dann muss er sich fragen, ob es vielleicht an ihm liegt“, sagte Festivalsprecherin Gibson. Viele Gäste hätten sich sehr über das plötzliche Ende der Show geärgert.

Schneider erklärt sein Verhalten im Video-Statement

Am Samstag erklärte Schneider sein Verhalten in einem Video auf Twitter: „Ich habe es abgebrochen aufgrund massiver Störungen seitens der Gastronomie, die ihre Mitarbeiter immer an der Bühne vorbeischickten, um das Publikum mit Getränken zu versorgen.“ Er habe sich abgelenkt gefühlt und erst später erfahren, dass diese Menschen andere bewirteten.

Er spule nicht einfach etwas ab, sondern er erfinde während des Konzerts Sachen und er wolle Leute begeistern. „Das ist mir gestern nicht gelungen“, sagt der 65-Jährige in dem kurzen Videoclip.

Unklar, ob Schneider die Konzerte nachholt

Ob Schneider seinen Auftritt in Augsburg nachholen wird, blieb zunächst unklar. „Ich hoffe, dass wir uns wieder sehen zu besseren Konditionen“, sagte er lediglich. Erst kürzlich hatte Schneider sich über die teils große Entfernung zum Publikum bei manchen Auftritten beklagt.

Bei dem Festival „Strandkorb Open Air“ soll es in diesen Sommer Konzerte in mehreren Städten geben – die Fans sitzen in Strandkörben unter freiem Himmel. Die Besucher bekommen einen festen Korb zugewiesen, um Abstände zu anderen einzuhalten. Zudem gibt es weitere Maßnahmen, damit sich das Publikum möglichst nicht begegnet. Getränke und Speisen können die Gäste direkt an ihre Körbe bestellen.

Dem Veranstalter zufolge kann das Publikum von Augsburg seine Eintrittskarten zurückgeben und bekommt das Geld zurück. (awa/dpa)

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