Mafioso mit schlechten Zähnen – "München Mord" im ZDF

Berlin (dpa) – Extrem bleiche Haut, schlechte Zähne, eine alte Schussverletzung im Knie, Metastasen in der Lunge und am Hinterteil ein auffälliges dunkles Mal.

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So sieht der Tote aus, der bei Nacht und Nebel in einer entlegenen Münchner Gegend dreifach von einem Auto überfahren aufgefunden wird. Dabei ist er in einen edlen Maßanzug gekleidet, in dessen Futter 25 000 Euro in bar eingenäht sind.

Für den selbstgerechten Kriminaloberrat Zangel (Christoph Süß) ist es einfach nur ein Unfall mit Fahrerflucht. Sein im Keller des Dezernats einquartiertes Untergebenen-Trio Schaller (Alexander Held, „Stralsund“), Neuhauser (Marcus Mittermeier, „Die Welt steht still“) und „Fräulein Flierl“ (Bernadette Heerwagen, „Annie – kopfüber ins Leben“) bleibt dagegen misstrauisch. Und macht sich eigenmächtig – wie immer scheinbar unbeholfen und mit skurrilen Dialogen – ans Werk.

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Das ist die Ausgangslage von „Dolce Vita“, der 14. Episode aus der seit 2014 unregelmäßig laufenden etwas anderen Krimireihe „München Mord“. Man kann sie am Sonnabend (26. Februar) um 20.15 Uhr im Zweiten mitverfolgen. Nach dem Drehbuch von Fred Breinersdorfer und Katja Röder zeigt der Humor-erfahrene Regisseur Matthias Kiefersauer das Geschehen einmal mehr unterhaltsam und bajuwarisch launig.

Doch geht es ungewohnt brutal zu. Denn die Leiche, so stellt sich nach Schallers Besuch beim Ex-Promischneider Karli (Alexander Duda) heraus, war Mafiaboss Lucio Fantano (Harry Baer). Damit erklären sich auch der blasse Teint und das miese Gebiss – schließlich kommt man als Mafioso selten ans Tageslicht und schon gar nicht zum Zahnarzt.

In diesem Fall wird Schaller, der auch wieder seine bekannten „Erscheinungen“ hat, zum Busfahrer. Und Neuhauser schlägt sich mit einer beinharten Auftragsmörderin herum. Am schwersten aber trifft es Flierl. Die junge, in ihrer Freizeit mit Vorliebe Ukulele spielende Polizistin, die in München unter melancholischer Einsamkeit leidet, wird auf Steuerberater Fidelius Aubacher (Jacob Matschenz) angesetzt.

Aubacher könnte für Geldwäschegeschäfte der Mafiosi mitverantwortlich sein. Bald erfährt Flierl, Nichte des Münchner Polizeipräsidenten, die traurige Lebensgeschichte des so smart wirkenden Manns. Und beide verlieben sich in einander. Wenn Zangel befindet: „Ihr mit Eurer Paranoia – kein Mafia-Killer weit und breit“ und Schaller antwortet „Schau’n mer mal“, darf man sich auf etwas gefasst machen. Und das zu Klängen von Dean Martins schmalzigem Italo-Hit „Amore“.

Der Krimi wird nicht zuletzt getragen von den 1a-Hauptdarstellern und deren feinem Spiel. Wortgefechte und Herzschmerz, blutige Revierkämpfe unter süditalienischen Clans und die schiere Vorfreude aufs internationale Ukulele-Festival in Verona meistern die zweifache Grimme-Preisträgerin Heerwagen und ihre Kollegen mit einer Haltung, die man sich vielleicht als ganz spezielle Variante weiß-blauer Lebensart vorstellen darf. 

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