Nach fünf Jahren Haft wird Sara Manzer aus dem Gefängnis entlassen. Wenig später passiert ein Mord, mit dem Opfer hat sie kurz zuvor telefoniert – gerät unter Verdacht. Gespielt wurde sie von Johanna Wokalek.
Ein ehemaliger Kollege von Kommissar Friedemann Berg (Hans-Jochen Wagner) und Kommissarin Franziska Tobler (Eva Löbau) wird im neuen „Tatort“ aus dem Schwarzwald tot aufgefunden. Im Fall mit dem Titel „Saras Geständnis“ gerät schnell die gerade erst aus der Haft entlassene Sara Manzer in den Fokus des ermittelnden Duos. Dass Ihnen diese bekannt vorkommt – gut möglich. Die zentrale Figur wird von der vielfach ausgezeichneten Schauspielerin Johanna Wokalek dargestellt.
Für die 46-Jährige bereits der dritte Auftritt in einem „Tatort“. So spielte sie 2008 im Frankfurter „Tatort: Der tote Chinese“ die Ehefrau eines tot aufgefundenen Mannes, die schließlich noch entführt wurde. Damals ermittelten in der Mainmetropole noch Andrea Sawatzki und Jörg Schüttauf als Kriminaloberkommissarin Charlotte Sänger und Kriminalhauptkommissar Fritz Dellwo. Auch nach Übernahme eines neuen Teams (Wolfram Koch als Hauptkommissar Paul Brix und Margarita Broich als Hauptkommissarin Anna Janneke) war Wokalek in Frankfurt am Main aktiv. So mimte sie 2019 im Fall „Falscher Hase“ die Rolle Anouk.
Bekanntheit erlangte Wokalek, die in Freiburg im Breisgau geboren wurde, 2003 durch die Darstellung der Figur Lene in dem modernen Heimatfilm „Hierankl“. Dafür wurde sie unter anderem mit dem Bayerischen Filmpreis ausgezeichnet. 2005 spielte in „Barfuss“ von und mit Til Schweiger neben ihm die weibliche Hauptrolle.
Gudrun Ensslin und die Päpstin
Im Spielfilm „Der Baader Meinhof Komplex“ war Wokalek 2008 als die RAF-Terroristin Gudrun Ensslin zu sehen, sie erhielt dafür einen Bambi und eine Nominierung in der Kategorie Beste Hauptdarstellerin beim Deutschen Filmpreis. Diese Frau habe sie „ganz verlangt“, sagte Wokalek der „FAZ“ über die Rolle. „Ich habe tatsächlich weniger gegessen. Der Versuch, diese Energie spürbar zu machen, war kräftezehrend. Die Dreharbeiten in Stammheim waren schrecklich.“
2009 mimte Wokalek die Päpstin im gleichnamigen Film von Sönke Wortmann, wurde dafür 2010 mit dem Jupiter-Award als beste deutsche Schauspielerin prämiert. Es folgten Rollen in Filmen wie „Die kommenden Tage“ oder „Anleitung zum Unglücklichsein“.

2018 dann wurde sie gemeinsam mit ihrem Kollegen Ronald Zehrfeld mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet. Das Duo spielte im ZDF-Zweiteiler „Landgericht – Geschichte einer Familie“ ein jüdisches Ehepaar während der Nazizeit. 2020 war Wokalek in einer Hauptrolle in der sechsteiligen britisch-deutsch-tschechischen Dramaserie „Spy City“ zu sehen. 2021 folgte die Komödie „Beckenrand Sheriff“. In der Kinokomödie spielte sie unter anderem neben Milan Peschel, Sebastian Bezzel und Rick Kavanian die Wasserballtrainerin Frau Silke Wilhelm.
„Das Anstrengendste, was ich je auf der Bühne gemacht habe“
Nicht nur vor der Kamera steht Johanna Wokalek, regelmäßig spielt sie auch in Theaterstücken. So etwa 2019 in Shakespeares „Macbeth“ nach der über 40 Jahre alten Version von Pina Bausch in der Wuppertaler Oper. Am Frankfurter Opernhaus spielte sie 2017 die Rolle der Jeanne d’Arc. „Der vergebliche Kampf dieser Frau ist das Anstrengendste, was ich je auf der Bühne gemacht habe“, sagte sie dem „Zeitmagazin“ damals über diese Rolle.
Von 2000 bis 2015 war sie festes Ensemblemitglied am Wiener Burgtheater, hatte das Engagement beendet, ohne etwas Neues in Aussicht zu haben. Für Wokalek war der Schritt immens wichtig: „Das Gewohnte, Alltägliche, sich stets Wiederholende empfinde ich als Schauspielerin als beengend. Es erstickt das Feuer, ohne das ich nicht spielen kann“, sagte sie ebenfalls dem „Zeitmagazin“. Für Wokalek ist klar: „Egal, wie gut ein Ort ist, es kann immer passieren, dass die innere Lebendigkeit schwindet.“

Wokalek lebt mit ihrem Mann, dem Dirigenten Thomas Hengelbrock, und dem gemeinsamen Sohn, der in diesem Jahr seinen zehnten Geburtstag feiert, in Paris. Lange Zeit hatte das Paar eine Fernehe geführt. Über diese hatte Wokalek 2012 im Interview mit dem Magazin „Grazia“ gesagt: „Wir haben beide einen fordernden Beruf – um den richtig ausleben zu können, ist Entfernung sogar notwendig. Und umso schöner sind dann die Zeiten, wenn ich neben meinem Mann aufwache.“
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