Prinzessin Märtha Louise: Neues Tränen-Interview mit heftigen Vorwürfen

Prinzessin Märtha Louise, 51, will reden – und zwar Klartext. In der TV-Reihe "Min Sanning" (dt.: "Meine Wahrheit") des schwedischen Senders SVT bekommt die 51-Jährige nun die Gelegenheit dazu, und wird dabei so emotional wie nie zuvor. Die letzten Monate haben an Märtha Louise gezerrt, das ist nicht zu übersehen.

Das Interview wurde in den privaten Arbeitsräumen von Prinzessin Märtha Louise gedreht, wie der Sender gegenüber der Zeitung "Svensk Damtidning" bestätigt. "Vor dieser Staffel von 'Min Sanning' beschlossen die Redakteure, eine der Sendungen vor Ort aufzunehmen. Da Märtha Louise außerhalb der schwedischen Grenzen wohnt, war es naheliegend, dies in dieser Folge zu tun", heißt es in einer E-Mail. Und der Aufwand hat sich gelohnt: Die Prinzessin hielt in dem einstündigen Gespräch mit "ihrer Wahrheit" nicht hinter dem Berg und nutzt ihren Titel entgegen der offiziellen Absprache zu kommerziellen Nutzen. 

Kryptische Aussagen über Durek Verrett

So erklärt Prinzessin Märtha Louise gegenüber der Moderatorin Anna Hedenmo, dass es ihr leidgetan habe, ihre offiziellen Aufgaben im vergangenen Jahr verloren zu haben. Sie hofft, das Königshaus in Zukunft wieder repräsentieren zu dürfen. "Ja, ich habe gerne offizielle Aufgaben übernommen", bestätigt die 51-Jährige, deutet aber auch an, dass sie als Mann nicht die gleichen Konsequenzen hätte tragen müsste.

Auslöser für die Entscheidung, etwas Abstand zwischen Märtha Louise und das Königshaus zu bringen, waren die kontroversen Aussagen ihres Verlobten, Durek Verrett, 48. Seit ihre Beziehung im Frühjahr 2019 publik gemacht wurde, hat der Schamane mit etlichen bizarren wie potenziell gefährlichen Behauptungen für Aufsehen gesorgt. In seinem Buch "Spirit Hacking" behauptet er unter anderem, dass "krebskranke Kinder an Krebs erkranken wollten, weil sie sterben wollten", zitiert die "Svensk Damtidning". Am 15. Juli 2022 behauptete er auf Instagram, ein von ihm in mittlerweile sechs unterschiedlichen Farben vertriebenes Medaillon habe zu seiner Genesung von COVID-19 beigetragen.

Diese Worte gehen unter die Haut Prinzessin Märtha Louise platzt auf Instagram der Kragen

"So hat er es nicht gesagt", rechtfertigt die Prinzessin nun im Interview mit "SVT" die Aussagen ihres Partners, doch so ganz erklären, was Durek denn wirklich gemeint habe, kann sie nicht: "Er sagte, dass … Also, ich werde nicht auf diese Polemik eingehen, weil alles ein wenig aus dem Zusammenhang gerissen wird. Und so ist das immer mit der Presse, glaube ich." Trotzdem betont sie, dass sie nicht für alles stehe, was er verbreitet, doch sie will sich nicht auf weitere Diskussionen einlassen. Zudem stellt sie klar, dass es nicht Verretts Äußerungen gewesen seien, die das Königspaar zu der Entscheidung veranlassten, der Prinzessin ihre repräsentativen Aufgaben zu entziehen – die Presse sei nämlich schuld an allem:

Prinzessin Märtha Louise über den Tod von Ari Behn

Dann wird es emotional. Als Prinzessin Märtha Louise einen Videoclip von der Beerdigung ihres Ex-Partners Ari Behn, †49, sieht, in dem ihre Tochter Maud, 19, am Sarg ihres Vaters eine Rede hält, braucht sie ein paar Minuten, um sich zu sammeln. "Meine Nerven sind nicht da, wo sie normalerweise sind", erklärt sie. Dann nimmt sie das Gespräch wieder auf und verrät, dass sie gewusst habe, dass Ari krank war und unter Depressionen litt, aber nicht, dass es so schlimm gewesen sei:

Ob sie glaubt, dass die norwegische Presse an Aris Tod eine Mitschuld trägt? Darauf kann Märtha Louise nur ungenau antworten. "Das haben sie zum Teil selbst gesagt", sagt sie. "Seine geistige Gesundheit hing stark davon ab, dass er so viel in den Medien war. Aber ich behaupte nicht, dass irgendjemand daran schuld ist. Es kommt immer darauf an, wie man die Dinge sieht." Doch erst als er tot war, hätte die Presse gemerkt, dass man manchmal vielleicht zu harsch und kritisch mit ihm gewesen sei, und er eigentlich ein sehr netter Mensch war.




Trauerfeier für Ari Behn Bittere Tränen beim Abschied

Mittlerweile beschreibt sich Märtha Louise selbst als "diejenige in Norwegen, die von allen am meisten kritisiert wurde", sagt sie in dem Interview. Vor allem ihre Teenagerzeit erlebte die Prinzessin als eine besondere Herausforderung, in der sie sich wie ein "Boxsack" fühlte und "dachte, alle würden sie hassen, weil ständig etwas Negatives über sie geschrieben wurde".

Aus diesem Grund habe sie auch vollstes Verständnis für den Entschluss von Prinz Harry, 38, und Herzogin Meghan, 41, dem Königshaus den Rücken zuzukehren, denn "in England ist die Presse noch schlimmer als hier". "Wenn er glaubt, Meghan auf diese Weise retten zu können, halte ich das für sehr klug von ihm", schwärmt die Prinzessin gegenüber "SVT". Und auch wie Familie Sussex scheint sie ebenfalls mit dem Gedanken zu spielen, ihr Heimatland zu verlassen: "Man weiß nie, was das Leben bringt, das habe ich gelernt." Dass sie nicht in Zukunft den Thron besteigen muss, spielt ihr daher in die Karten. "Ich glaube, es wäre vielleicht nicht so gut gelaufen. Ich bin sehr glücklich, dass Haakon Kronprinz ist, und er wird ein absolut fantastischer König sein", so Märtha Louise.

Scharfe Kritik am Interview, doch das Königshaus schweigt

Ein explosives Interview, dass das Königshaus nicht kommentieren will. Und auch die Managerin der Prinzessin, Carina Scheele Carlsen, erklärt auf Anfrage von "Aftenposten", dass das Interview für sich alleine stehe und sie nichts mehr hinzuzufügen habe. Dafür äußern sich diverse Medien- und Royal-Expert:innen sowie Historiker:innen zu Märtha Louises Paukenschlag. Vor allem Reidun Kjelling Nybø, Generalsekretärin des Norwegischen Redakteurverbandes, ordnet die Aussagen über eine Mitschuld der Presse an Ari Behns Tod als äußerst gefährlich ein. "Sie muss auch mit Reaktionen rechnen, wenn sie so weit geht, wie sie es in diesem Interview tut", sagt Nybø zu "NRK" und bezeichnet die Andeutungen der Prinzessin als "zutiefst entsetzlich, höchst unfair und völlig undokumentiert".

Nybø weist auch zurück, dass es nach Behns Tod eine entsprechende Diskussion darüber gegeben habe und sagt: "Ich stelle fest, dass die Prinzessin kritische Äußerungen von Medienquellen und den Medien selbst verwechselt und es auch so klingen lässt, als sei es die Schuld der Medien, dass sie im vergangenen Herbst ihre offiziellen Aufgaben niedergelegt hat. Es ist sehr ernst und sehr verblüffend, dass sie auf diese Weise die gesamte Schuld auf die Medien abwälzt."

Information zu Hilfsangeboten

Sie haben suizidale Gedanken? Die Telefonseelsorge bietet Hilfe an. Sie ist anonym, kostenlos und rund um die Uhr unter 0800/1110111 und 0800/1110222 erreichbar. Eine Liste mit bundesweiten Hilfsstellen findet sich auf der Seite der „Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention“.

Verwendete Quellen: svtplay.se, svenskdam.se, nrk.no, aftenposten.no, teda.dk

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