Mehr Freiheit für die Kinder und zugleich ein neues Umfeld, um Kraft und Inspiration für kommende Aufgaben zu schöpfen: Prinz William, 39, hat viele gute Gründe, seinen geographischen Lebensmittelpunkt ein wenig zu verrücken. Der Herzog von Cambridge wird laut "Times" schon bald gemeinsam mit seiner Frau Herzogin Catherine, 40, und den Kindern Prinz George, 8, Prinzessin Charlotte, 7, und Prinz Louis, 4, London den Rücken kehren und in Berkshire seine Zelte aufgeschlagen.
Prinz William: Amner Hall bleibt der Herzensort der Familie
Insbesondere für die Cambridge-Sprösslinge bedeutet das einen einschneidenden Neuanfang. George und Charlotte werden ihren Klassenkamerad:innen in der Thomas's Battersea Schule zum Ende des laufenden Schuljahres 'Adieu' sagen müssen. Sie werden ab dem Herbst voraussichtlich in der Nähe von Windsor die Schulbank drücken. Und auch auf Louis wartet die Eingewöhnung in einem anderen Kindergarten.
Es ist aber kein endgültiger Abschied von London: Die Familie wird ihre Wohnung im Kensington Palast behalten. Ein Muss, denn der royale Wohnsitz beherbergt nicht nur das private Büro des künftigen Thronfolgers und seiner Frau, sondern ist auch Stabstelle des Pressteams der Cambridges. Auch der geliebte Landsitz Amner Hall in Norfolk bleibt ihr Refugium an freien Tagen. "Sie lieben es dort oben – es ist ihr Wohlfühlort", erklärte ein Freund von William. Demnach scheint es sogar ein fester Plan des Paares zu sein, Amner "nach der Schulzeit", wie es heißt, als einen dauerhaften Wohnsitz zu nutzen.
Windsor birgt viele Vorteile für die Cambridges
William und Catherine sollen offenbar zunächst vorhaben, sich in einem der Häuser auf dem Anwesen von Queen Elizabeth, 96, in Windsor einzurichten. Schon jetzt wird spekuliert, dass sie in ferner Zukunft einmal in "das große Haus" – gemeint ist Schloss Windsor – einziehen. Ein Privileg, das eigentlich Prinz Charles, 73, zustehen würde, sobald er König ist. Doch der habe angeblich nicht vor, die royale Residenz zu nutzen.
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Für die Familie birgt der Umzug viele angenehme Vorteile: Die Kinder leben nicht nur näher bei ihrer Uroma, sondern auch bei ihren Großeltern mütterlicherseits. Michael, 72, und Carole Mittelton, 76, wohnen in Buckleberry, das nur eine Dreiviertelstunde entfernt ist. Die Anreise von London dauert eine halbe Stunde länger. Regelmäßige Besuche dürften somit zeitlich häufiger planbar sein.
Natürlich spielt auch die Sicherheit eine Rolle. Windsor bietet den Cambridges weitaus mehr Freiheiten als die englische Hauptstadt. "Die Realität ist, dass sie ziemlich eingeschränkt sind in dem, was sie in London tun können", so ein Freund. "Die Kinder können nicht in den Park gehen und mit Freunden Fußball kicken. Ihr Plan ist es, die nächsten zehn bis 15 Jahre dort zu bleiben und dann in das für sie so besondere Anmer zu ziehen."
„Zeit nutzen, solange sie noch können“
Ein weitere enger Freund von William verriet, der künftige Thronfolger akzeptiere "voll und ganz, dass er seine Pflicht erfüllt und auch das, was die Öffentlichkeit von ihm erwartet, ohne zu viel darauf zu achten, was er in einer anderen Welt gerne getan hätte". Berkshire sei als letzter Schritt geplant, bevor er den Top-Job bekomme, weil "er das Gefühl hat, dass sie diese Zeit nutzen wollen, solange sie noch können".
Die Verantwortung als Nummer zwei in der britischen Thronfolge lastet von Jahr zu Jahr stärker auf den Schultern des jungen Familienvaters. Queen Elizabeth zieht sich aufgrund ihrer gesundheitlichen Einschränkungen immer mehr aus der Öffentlichkeit zurück. An der Seite seines Vaters Charles nahm William im Mai erstmals an der staatlichen Parlamentseröffnung teil. Auch während des Thronjubiläums der Königin rückten Vater und Sohn in den Fokus, weil die Monarchin sich nicht stark genug für einige Auftritte fühlte.
William wurde dazu erzogen, einmal den Thron zu übernehmen. Dennoch scheint ihn die plötzlich Geschwindigkeit der unumgänglichen Zeitenwende zu überrollen: "Es gibt ein Gefühl der Zukunft, das auf ihn zurollt, das von tiefer Traurigkeit gefärbt ist – obwohl er es nie öffentlich sagen würde – wegen der Aussicht, dass seine Großmutter nicht mehr da sein wird, wegen des zusätzlichen Drucks auf seinen Vater und auf seine Familie, die noch genauer unter die Lupe genommen werden wird", heißt es aus dem Kreis der Mitarbeiter:innen der Cambridges. Ein Freund von William bringt es auf den Punkt: "Er weiß, dass die Zukunft [der Monarchie] auf seinen, Catherines und den Schultern seiner Kinder ruht, und das ist eine Menge Druck."
In Berkshire wird es der Familie vielleicht gelingen, dieser Last ein wenig das Erdrückende zu nehmen.
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