Natalie Dedreux: Warum es eine Barbie mit Down-Syndrom geben muss
Die Aktivistin im Interview
Eine Barbie mit Hörgerät, Beinprothese oder im Rollstuhl: Seit 2015 bringt die Spielwarenfirma Mattel mit der Barbie Fashionistas Linie mehr Diversität und Inklusion ins Puppenregal. Nun wurde die erste Puppe mit Down-Syndrom beim „Barbie Fashionistas Talk“ in Hamburg gelauncht. Bei der Veranstaltung sprach unter anderem die Aktivistin Natalie Dedreux (25).
Sie übernimmt außerdem die Patenschaft der neuen Barbie Puppe. Die Kölnerin hat selbst das Down-Syndrom und schreibt als Bloggerin und Autorin über ihr Leben. Im Interview spricht die 25-Jährige über den besonderen Entstehungsprozess der neuen Barbie und welche Bedeutung sie für Menschen mit Down-Syndrom hat.
Natalie Dedreux: Ja, als Kind hätte ich mich gefreut, mit Barbies mit Down-Syndrom zu spielen. Und das Ding ist, dass es die Barbie Puppen mit Down-Syndrom geben muss, weil es wichtig ist, dass man das sichtbarer macht. Weil dann merkt die Gesellschaft, dass das Down-Syndrom auch cool ist.
Dedreux: Wichtig ist es zu akzeptieren, dass wir Menschen mit Down-Syndrom auch Teil der Gesellschaft sind.
Dedreux: Es ist deswegen wichtig, dass man gleichzeitig auch den Mut dazu hat, mit den Barbies mit Down-Syndrom zu spielen. Das heißt auch, dass man davor keine Angst haben muss. Sondern das Down-Syndrom normal ist.
Dedreux: Was uns noch begegnet ist, dass nicht viel auf uns geachtet wird, sondern dass wir Menschen mit Behinderung noch zu oft vergessen werden. Und das muss sich ändern. Genauso ist es auch bei der Inklusion. Es muss überall mehr Inklusion geben. Damit wir Menschen mit Behinderung sichtbar sind und auch mitreden dürfen. Weil wir Menschen mit Behinderung sind wichtig, wir sind auch ein Teil unserer Gesellschaft. Wir gehören dazu und man muss uns ernst nehmen. Das muss sich ändern!
Dedreux: In der Politik ist es nochmal wichtig zu sagen, dass auch mehr Menschen mit Behinderung in der Politik mitreden. Wir Menschen mit Behinderung interessieren uns auch für Politik. Und was auch wichtig ist: Die Politiker sprechen oft zu schnell und dann verstehen wir das nicht und kommen nicht mit. Deswegen ist es wichtig darauf zu achten, dass es auch in der Politik mehr leichtere Sprache geben muss.
Dedreux: Genau, es ist auch heute noch so, dass Menschen mit Down-Syndrom manchmal ausgegrenzt werden. Zum Beispiel müssen wir oft in Werkstätten arbeiten. Aber das Problem liegt nicht an uns, sondern es liegt an der Gesellschaft. Wir wollen auch eine Arbeit haben, die uns mehr Spaß macht und genau so viel Geld verdienen wie alle.
Dedreux: Wo ich noch Unterstützung im Alltag brauche, ist zum Beispiel beim Umgang mit Geld – und beim Eintragen von Terminen. Wenn ich mal eine Veranstaltung in einer anderen Stadt habe, brauche ich auch noch Unterstützung.
Dedreux: Was ich noch mitgeben kann: Es ist normal, wenn man uns Menschen mit Down-Syndrom begegnet und deswegen kann man auch nichts falsch machen. Das Wichtigste ist, dass man vor uns keine Angst haben muss.
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