Berlin – Beim ARD-„Sommerkino“ geht es an diesem Montag um kleine familiäre Katastrophen: „Es ist zu deinem Besten“ (20.15 Uhr, Das Erste) beginnt mit dem Scheitern einer groß anberaumten, pomphaften Vermählungsfeier. Der stolze Herr Vater (Heiner Lauterbach) hätte seine Tochter so gerne mit seinem Anwaltskollegen verbunden gesehen und ist am Boden zerstört.
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Dass sich seine, über alles geliebte Antonia stattdessen mit einem revoluzzernden „Kommunisten“ einlässt, macht die Sache für den Papa keineswegs einfacher. In seiner Komödie berichtet Regisseur Marc Rothemund indes nicht nur vom Leidensweg eines
Dass die drei Daddys auch noch Schwäger sind, ist einem nicht immer ganz nachvollziehbaren, indes fürs leichte Komödienfach völlig angemessenen Drehbuch geschuldet (aus der Feder von Hans Rath und Felix Starck). Kalle (Vogel), Arthur (Lauterbach) und Yus (Sözer) sind Schwäger und Freunde wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten: Vogel gibt einen Bruce-Willis-Verschnitt mit losem Mundwerk und großem Herz. Lauterbachs Anwalt ist so schleimig wie seiner Tochter gegenüber liebevoll. Sözer spielt einen etwas weltfremden Physiotherapeuten.
In dem Durcheinander hat sich nicht nur Arthurs Antonia neu verliebt: Yus Tochter hat sich einen Möchtegern-Gangster angelacht, Kalles Filia einen bald 30 Jahre älteren Filou und Fotografen. Das alles können die Papas so nicht hinnehmen! Mit dem Schlachtruf „Wir sind die Super-Schwäger!“ ziehen die Drei schließlich in einen – vermeintlich – höchst aussichtslosen Kampf.
Angenehm entspannt kommen derweil die Mütter daher in dieser cinematografischen Therapie-Variante für nicht loslassen könnende Väter. Während Vogel, Lauterbach und Sözer solide und ja, auch immer wieder mal wirklich anrührend aufspielen, sind es die Mütter, die hier für ein wenig Nonchalance und Lebensweisheit sorgen: „Du verhätschelst sie zu sehr!“ oder „Sie ist nicht deine Freundin!“. Mit Ermahnungen wie diesen erinnert etwa Sözers Filmfrau (die wunderbare Inka Friedrich) ihren Gatten immer wieder daran, es doch bitte nicht zu übertreiben mit dem, zuweilen allzu gluckenhaften Erzeuger-Stolz.
Zwischen Rührung und Lachtränen
Toll gecastet sind auch die Frauen an der Seite von Jürgen Vogel, der sein Testosteron in dieser Komödie kaum unter Kontrolle und bei Partys vorsichtshalber immer gleich zwei Gläser Alkohol bei sich hat: Lisa Maria Potthoff („Soloalbum“) als Mutter sowie Lisa-Marie Koroll („Bibi & Tina“) als Tochter.
Das Niveau durchschnittlicher Komödienkost vermag der Film kaum je zu überschreiten. Dafür sind die Gags zu lendenlahm (hie und da wünscht man sich amerikanisch-anarchischen Charme à la „Brautalarm“ oder „Hangover“), die Musikauswahl zu vertraut (von „My Sharona“ bis „Bad to the Bone“), die meisten Settings, viele Dialogsätze wenig überraschend („Meinetwegen soll sie diesen Kommunisten heiraten!“).
Erfreulich aber, dass es dem 90-Minüter dann doch mit paar Ideen gelingt, mal für Rührung, mal für Lachtränen zu sorgen: Wenn sich die drei Daddys rauchend in einem engen Schulklo wiederfinden. Wenn Sözer seiner erwachsenen Filmtochter einen tröstenden Milchshake serviert, wie ihn so wohl nur überbeschützende Papas auftischen können: grellrosafarben, verziert mit blauweißem Strohhalm und knallroter Kirsche. Ein pointierteres, ein hübscheres Symbol jedenfalls für so rührende wie leicht fehlgeleitete Elternliebe hat man selten gesehen. © dpa
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