Amber Heard verteidigt sich vor Gericht: "Habe Johnny nie angegriffen"

  • Die Hollywood-Schauspieler Johnny Depp und Amber Heard waren einmal verheiratet, heute stehen sie sich vor Gericht gegenüber.
  • Beide haben sich gegenseitig verklagt, weswegen über ihre Ehe in allen nur erdenklichen Facetten vor Gericht debattiert wird – eine regelrechte Schlammschlacht.
  • Wir halten Sie im News-Bog zum Prozess zwischen Johnny Depp und Amber Heard auf dem Laufenden.

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18. Mai: Amber Heard vor Gericht: „Habe Johnny nie angegriffen“

An ihrem letzten Tag im Zeugenstand hat Schauspielerin Amber Heard (36, „Aquaman“) gewalttätiges Verhalten gegenüber ihrem früheren Ehemann Johnny Depp (58) bestritten.

„Ich habe noch nie jemanden angegriffen, mit dem ich in einer Beziehung war“, sagte Heard laut US-Branchenmagazin „Deadline“ im Gericht des Bezirks Fairfax (Virginia). Nachdem die Schauspielerin in den vorigen Verhandlungstagen berichtete, wie Depp ihr gegenüber handgreiflich geworden sei, befragten seine Anwälte sie am Dienstag (Ortszeit) im Kreuzverhör vor allem zu ihrem eigenen Gewaltvermögen.

Im Gerichtsaal wurde unter anderem eine Tonaufnahme von einem Streit des Paars vorgespielt. Heard nennt Depp darin laut „Deadline“ einen „Witz“ und einen „Verräter“. Sie habe Frustration über seine Kritik an ihrer Karriere ausgedrückt, erklärte Heard. „Ich habe schreckliche, hässliche Dinge zu ihm gesagt. Wie Sie hören können, haben wir auf eine wirklich schreckliche Weise miteinander gesprochen“, sagte sie.

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Ein Hollywood-Star als brutal zuschlagender Ehrmann: Zeitweise unter Tränen hat die Schauspielerin Amber Heard (36) ihrem früheren Ehemann, dem „Fluch der Karibik“-Star Johnny Depp (58), schwere Vorwürfe gemacht.

In den ersten beiden Tagen im Zeugenstand berichtete Heard von mehreren Vorfällen mit wüsten Beschimpfungen, Schlägen und anderer Gewalt.

Per Mitteilung kritisierte Depp an einem prozessfreien Tag den Auftritt von Heard als „Schauspielleistung ihres Lebens“. Es seien ständig „neue und passende Details“ zu den Erinnerungen von Heard dazugekommen, hieß es in einer Mitteilung von Depps Sprecher, aus dem zahlreiche US-Medien zitierten. Ein Sprecher von Heard konterte im Gegenzug, dass auch diese Reaktion von Depp beweise, dass seine Klage derzeit auseinanderfalle.

Heard beschreibt Szenen unter Tränen

Heard berichtete am zweiten Tag ihrer Aussage von einem weiteren brutalen Vorfall: „Er (Depp) hat einfach immer weiter auf mich eingeschlagen. Ich dachte: ‚So werde ich sterben. Er wird mich jetzt umbringen. Er wird mich umbringen und es noch nicht einmal gemerkt haben.'“ Zuvor hatte die Schauspielerin bereits von mehreren weiteren angeblichen Übergriffen Depps berichtet. So habe er sie unter Drogeneinfluss einmal in einem Flugzeug angegriffen, als sie während eines Streits auf einen anderen Platz habe wechseln wollen: „Ich spüre diesen Stiefel in meinem Rücken. Er hat mir einfach in den Rücken getreten. Ich bin auf den Boden gefallen“, sagte Heard, die immer wieder mit den Tränen kämpfte.

Vor allem im Rausch sei Depp häufig handgreiflich geworden, berichtete Heard, die ihrer Anwältin mehrere Stunden lang Rede und Antwort stand. Es sei auch zu sexueller Gewalt gekommen, unter anderem in Australien, sagte Heard.

Die „Aquaman“-Schauspielerin beschrieb zudem mehrere verbale Attacken, in denen Depp angeblich damit gedroht habe, er könne sie umbringen. Er habe sie als „Hure“ beschimpft und ihr grundlos vorgehalten, sie würde ihn betrügen. Er habe ihr gesagt, dass er sie hasse und dass sie sein Leben zerstört habe. Heards Anwälte zeigten Fotos von der Schauspielerin, etwa mit einem blauen Fleck am Oberarm.

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Depp zeigt kaum Regungen, vermeidet Blickkontakt

Depp hörte den Aussagen seiner Ex-Frau aus wenigen Meter Entfernung fast regungslos zu. Er vermied Blickkontakt, hielt seinen Kopf meist gesenkt.

In seiner viertägigen Aussage im Zeugenstand im Gericht des Bezirks Fairfax (Virginia) hatte Depp unter Eid abgestritten, Heard jemals geschlagen zu haben. In ihrer Beziehung habe es Streit gegeben, räumte der Schauspieler ein. Heard wiederum habe ein „Bedürfnis nach Gewalt“ gehabt, hielt er seiner Ex-Frau vor.

Nach gut einem Dutzend Prozesstagen hatte das Team um Depp am Dienstag, 3. Mai, seine Beweisführung abgeschlossen. Rund zwei Dutzend Zeugen waren zu Wort gekommen. In seiner Zivilklage hält Depp seiner Ex-Frau vor, in einem 2018 von der „Washington Post“ veröffentlichten Kommentar zum Thema häusliche Gewalt falsche Aussagen gemacht zu haben. Das habe seinem Ruf geschadet. Wegen Verleumdung klagt Depp auf rund 50 Millionen Dollar (gut 45 Millionen Euro) Schadenersatz, Heard hat eine Gegenklage eingereicht.

Ehe hielt nur 15 Monate

Depp und Heard hatten sich 2009 bei den Dreharbeiten zu dem gemeinsamen Film „The Rum Diary“ kennengelernt. Ihre Romanze begann 2011 auf einer Werbetour für den Film, nach Depps Trennung von seiner langjährigen Partnerin, der französischen Schauspielerin Vanessa Paradis, mit der er zwei Kinder hat. 2015 heirateten Depp und Heard, doch nach nur 15 Monaten Ehe reichte die Schauspielerin die Scheidung ein. Sie warf ihrem Mann häusliche Gewalt vor.

Ihre Beziehung sei von Beginn an „intensiv“ gewesen, hatte Heard am Mittwoch gesagt. Sie habe sich „Hals über Kopf“ in Depp verliebt. „Es war wie ein Traum, absolut magisch“, beschrieb sie den Beginn ihrer Romanze.

Zum Auftakt ihrer Befragung hatte sie gesagt: „Ich bin hier, weil mein Ex-Ehemann mich verklagt hat.“ Es sei „schrecklich“ für sie, hier über Wochen hinweg „alles wieder zu erleben“ und über ihr vergangenes Kapitel mit Depp zu sprechen.

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Depp-Heard-Prozess soll noch Wochen dauern

Unter Tränen beschrieb die Schauspielerin einen Vorfall von 2012, zu Beginn ihrer Beziehung, als sie angeblich von Depp zum ersten Mal geschlagen worden sei. Er habe Alkohol und Drogen konsumiert, als ihre Unterhaltung über eine Tätowierung an seinem Arm mit einem körperlichen Angriff geendet habe. Sie habe es zunächst für einen schlechten Witz gehalten, doch Depp habe ihr dreimal hintereinander ins Gesicht geschlagen. „Das hat mein Leben verändert“, sagte Heard sichtlich aufgelöst. Depp habe sich danach unter Tränen auf den Knien bei ihr entschuldigt und versprochen, er werde dies nie wieder tun.

Vor der Jury beschrieb sie angebliche Rauschzustände Depps, in denen er völlig die Kontrolle über sich verloren habe. Doch im nüchternen Zustand habe er ihr gesagt, dass sie die Rettung für ihn sei. Der Prozess soll noch mehrere Wochen dauern.

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