Joyce Ilg bekam aufgrund eines Scherzes ordentlich Gegenwind. Jetzt versucht die Schauspielerin die Wogen mit einem Statement zu glätten – und eine Diskussion über Grenzen anzuregen.
Vor allem Menschen, die selbst negative Erfahrungen mit solchen Substanzen gemacht haben, machten deutlich, dass solche Witze ein absolutes No-Go seien. Ilgs eindringliche Worte jetzt: „Ich nehme eure Gefühle ernst.“ Sie habe sich seit ihrem Beitrag viele Meinungen angehört und sich mit den Reaktionen auseinandergesetzt. „Das kann ich alles komplett nachvollziehen, das sind alles Gefühle, die da sein dürfen“, betont sie.
Der 38-Jährigen sei klar, dass Thematiken rund um K.o.-Tropfen und sexualisierte Gewalt ernst seien. Sie habe diese nie verharmlosen wollen. „Ich kann verstehen, wenn man persönliche Erfahrungen gemacht hat, man das auf sich bezieht.“ Sie würde sich allerdings niemals über eine persönliche Leidensgeschichte lustig machen.
Eine Grenze überschritten
Es gebe doch immer Menschen, auf deren Kosten Witze gerissen würden – damit sagen Comedians aber nicht: „Das ist okay, dass das da draußen passiert.“ Vermutlich habe sie aber mit dem Spruch über die K.o.-Tropfen eine Grenze überschritten, da sehr viele Menschen aus der Community betroffen seien.
Joyce Ilg würde mit der Öffentlichkeit gerne etwas ausdiskutieren. „Was darf Humor, was darf er nicht? Wo liegen die Grenzen?“ Wer entscheide, worüber wir lachen dürften und worüber nicht. Ilg selbst sieht es so: „Von meiner Perspektive aus sollte Humor alles dürfen. Und Humor heißt nicht, dass man ein Thema nicht ernst nimmt.“ Humor einzugrenzen bedeute doch auch, dass man die Gesellschaft einschränkt. Die TV-Persönlichkeit findet: „Es darf nicht passieren, dass unsere Gesellschaft übersensibilisiert wird.“
Sie fügt zudem an, dass nicht alle betroffenen Menschen sie kritisiert hätten. Viele hätten ihr rückgemeldet, dass sie sich nicht persönlich angegriffen gefühlt hätten. Auch einige Promis hätten ihr geschrieben und betont, auf ihrer Seite zu stehen – doch würden dies aus Angst vor Karriereabbrüchen nicht öffentlich äußern.
Sie spaltet erneut das Netz
Die Reaktionen auf dieses ausführliche Statement von Joyce Ilg gehen auseinander. „Gerne zugehört und mir dessen sicher, dass du niemandem was Böses wünschst“, findet etwa TV-Koch Roland Trettl. „Man kann in solchen Dingen einfach schwer eine Grenze ziehen. Hat auch was damit zu tun, wie man aufwächst, finde ich. Es gibt Familien, in denen man mit viel Humor/Ironie aufwächst sowie andersrum auch“, stärkt ihr ein weiterer Follower den Rücken.
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Doch es gibt auch wieder viele kritische Stimmen, die durch die Erklärung der Komikerin nicht besänftigt werden. Da heißt es in der Kommentarspalte unter anderem: „Irgendwie fehlt in deiner Entschuldigung die Entschuldigung“ oder: „Schön, dass du dich in den zwölf Minuten mindestens siebenmal wiederholt hast und immer noch nicht eingestehen kannst, dass der ‚Shitstorm‘ sehr konstruktiv und gerechtfertigt war. Selbstreflexion zum richtigen Thema wäre mal angemessen als eine Viertelstunde um den heißen Brei zu reden.“
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