So klappt’s mit dem ­Studium im Ausland

Cambridge, Oxford, Harvard, Princeton, Stanford, Yale – für viele Maturanten hierzulande scheinen diese elitären Universitäten in weiter Ferne zu sein. Und das nicht nur geografisch. Kaum einer spielt mit dem Gedanken, sich an einer dieser renommierten Unis zu bewerben.

Fürviele Schüler steht nach der bestandenen Matura ohnehin ein großesFragezeichen. Oft ist der nächste Schritt völlig offen. Bedingt durch dieCoronapandemie bleiben vielen Schülern gerade heuer essenzielleBeratungsmöglichkeiten verwehrt. Besonders hart trifft es dabei diejenigen, diezu Hause mit weniger Ressourcen zu kämpfen haben. Genau hier kommt das vonStudenten gegründete Non-Profit Start-Up Project Access Austria ins Spiel.

Für alle

„DieBewerbung an Top-Unis soll für alle möglich sein, die echte Begeisterung undMotivation mitbringen – unabhängig von sozioökonomischem Hintergrund“, lautetdas Credo der im Jahr 2017 ins Leben gerufenen Initiative. Diese hat es sichzur Aufgabe gemacht, ambitionierten Schülern aus weniger privilegiertenFamilien ein Studium an einer Top-Universität im Ausland zu ermöglichen.

Seitder Gründung von Project Access Austria unterstützen österreichweit über 50junge Mentoren, die selbst an einer Top-Universität im Ausland studieren, dienächste Generation an begabten Schülern. Gemeinsam bewältigen sie akademischeund finanzielle Herausforderungen. Von Bewerbungsschreiben, überFinanzierungsmöglichkeiten, bis hin zum Stärken des Selbstbewusstseins; dieMentoren begleiten ihre Mentees bei jedem Schritt ihres Weges und daskostenlos.

Von Bregenz nach London

Einedieser Mentoren ist Katharina Rhomberg. Im Alter von 15 Jahren zog es dieBregenzerin nach England, um im Rahmen eines Auslandsjahres ihr Englisch zuverbessern. Die Vorarlbergerin entschloss sich dazu, die Internationale Maturaabzulegen und blieb so auf der Insel hängen. In weiterer Folge bewarb sie sichan verschiedenen Unis in England und wurde schließlich an der London School ofEconomics and Political Science (LSE) angenommen, wo sie von 2016 bis 2019Wirtschafts- und Umweltkunde studierte.

„Ichhatte das große Glück, auf eine Vielzahl an informierten Lehrkräftenzurückgreifen zu können, die nicht nur den englischen Bewerbungsprozess in- undauswendig kannten, sondern auch über die einzelnen Unis sehr gut Bescheidwussten“, erzählt sie. „Die Normalsituation für Schüler, die in Österreichmaturieren, sieht anders aus.Tatsache ist, dass ihre Schulen und Lehrer oftwenige Informationen und Erfahrungen diesbezüglich haben. Vor allem fürJugendliche aus sozioökonomisch benachteiligten Haushalten ist oft wenig bishin zu fast keiner Unterstützung da“, sagt sie.

Viele Vorteile

DieseErkenntnis brachte sie dazu, sich beim Project Access Austria aktiveinzubringen. „Über Freunde und Mitstudenten in London habe ich damals vondiesem Projekt erfahren“, erzählt sie. „Es ist eine tolle Chance, sich denTraum vom Studium an einer Spitzen-Uni im Ausland zu verwirklichen.“

Ihrepositiven Erfahrungen will die Bregenzerin nun auch anderen schmackhaft machen.„Im Ausland gibt es oft nicht nur interessante Fächerkombinationen oder größereFreiheiten in der Modulauswahl. Mir hat im Besonderen die Vielfalt anNationalitäten, Kulturen und Sichtweisen imponiert, die durch die vieleninternationalen Studenten entstehen. Man kann somit nicht nur akademischprofitieren, sondern auch menschlich“, führt sie ins Treffen.

Erstkürzlich konnte Rhomberg einem ihrer Mentees zur Aufnahme an einer Elite-Univerhelfen. „Im Moment helfe ich meinem derzeitigen Mentee bei der Bewerbung imSeptember. Dabei steht das Schreiben des Personal Statements gerade imVordergrund“, berichtet Katharina Rhomberg.

Bootcamp im August

Denfrischgebackenen Maturanten, die sich für einen solchen Weg interessieren,empfiehlt Rhomberg das Bootcamp, das heuer von 31. Juli bis 2. Auguststattfindet. Dort erhalten Schüler bei spannenden Seminaren, Workshops undGruppendiskussionen drei Tage lang kostenlos Unterstützung und Bewerbungstippsund wer weiß, vielleicht scheinen elitäre Universitäten wie Cambridge, Oxford,Harvard, Princeton, Stanford oder Yale plötzlich doch nicht mehr so weitentfernt, wie anfänglich geglaubt.

Project Access Austria, Facebook

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